Bibliothek Janowitz

Herausgegeben von Friedrich Pfäfflin

Auf Schloß Janowitz in Böhmen verkehrten im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts u.a. der Dichter Rainer Maria Rilke, die Schriftsteller Karl Kraus und Mechtilde Lichnowsky, der tschechische Maler Max Svabinsky, die kroatische Komponistin Dora Pejacsevich, der Architekt Adolf Loos und der Herausgeber des ›Brenner‹, Ludwig von Ficker, der Förderer und Freund des Dichters Georg Trakl. Die Bibliothek Janowitz erscheint mit der förderlichen Unterstützung des Adalbert Stifter Vereins in München unter der Herausgeberschaft von Friedrich Pfäfflin. Sie hat die Absicht, in Deutschland, Österreich und Tschechien Quellentexte und Untersuchungen zur deutschen Literatur und Kulturgeschichte Böhmens angemessen zu edieren: Janowitz steht dabei als Muster und Modell für die Begegnung der Kulturen im Mittelpunkt. Die Bücher der Bibliothek Janowitz erscheinen in der Mehrzahl im Verlag Ulrich Keicher, aus herstellerischen Gründen vorwiegend die etwas kleineren Ausgaben, einige umfangreichere Bände bei K.G. Saur, im Insel Verlag und bei Wallstein - die Titel dieser Verlage erhalten Sie im Buchhandel (nicht über uns).

Band 1: Die Fackel. Herausgeber Karl Kraus. Nr. 1 - Nr. 922 Volltextausgabe mit Bibliographie und Register. CD-ROM-Edition. Verlag K. G. Saur, München 2002

Band 2: Karl Kraus. Wiese im Park. Gedichte an Sidonie Nádherny. Hrsg. von Friedrich Pfäfflin. Mit einem Nachwort: Insel, Frankfurt/M. Leipzig 2004 (Insel-Bücherei Nr. 1254)

Band 3

Friedrich Pfäfflin

Vom Verglühen der ›Fackel‹

Karl Kraus und sein Verlag. 1930-1936

28 Seiten, mit Abbildungen. Format 14 x 23 cm.
Fadenheftung, broschiert. Auflage 300. Erstausgabe.
Oktober 2004. € 10,--

Das Gesamtwerk von Karl Kraus wird im Februar 1933 in Deutschland verboten. Auf der Grundlage neuer Funde werden die ruinösen Folgen für den bis dahin erfolgreichen Verlag ›Die Fackel‹ beschrieben. ›Warum die Fackel nicht erscheint‹ hat politische Gründe, aber auch finanzielle.

Band4

Christian Wagenknecht

Schreiben im Horizont des Druckens: Karl Kraus

36 Seiten, mit Abbildungen. Format 14 x 23 cm.
Fadenheftung, broschiert. Auflage 300. Erstausgabe.
November 2004. € 10,--

"Der Korrektor ist der Dichter." So definiert Karl Kraus einen Vorgang, den der Autor der ›Fackel‹ bei der typographischen Umsetzung seiner Texte leitete. Christian Wagenknecht erläutert aus den Korrekturen der Zeitschrift höchst eindrucksvoll: Botschaft und Medium im Werk von Karl Kraus entsprechen einander.

Band 5

Leo A. Lensing

Karl Kraus: Brief über den Vater

Faksimile, Umschrift und Kommentar zu dem Brief an den Bruder Richard, 1897

40 Seiten, mit Abb. Format 14 x 23 cm. Fadenheftung, broschiert. Auflage 300. Erstausgabe. September 2005. € 14,--

Beilage: Farbiges Faksimile des Originalbriefes, 12 Seiten

Der elfseitige Brief des 23jährigen Karl Kraus, geschrieben am Geburtstag des Vaters, wirft ein überraschendes Licht auf die Familie Jacob Kraus, die Rolle des Bruders Richard bei der Gründung der ›Fackel‹ und die Unterstützung, die der Herausgeber der ›Fackel‹ in der Auseinandersetzung mit dem Drucker Moriz Frisch erfahren hat.

Band 6,1 und 6,2

Karl Kraus. Briefe an Sidonie Nádherný von Borutin. 1913-1936. Neu hrsg. von Friedrich Pfäfflin. Band 1: Text. Band 2: Dokumente und Anmerkungen von Friedrich Pfäfflin. Wallstein Verlag, Göttingen 2005

Band 7

Rainer Maria Rilke - Sidonie Nádherný. Briefwechsel 1906-1926. Herausgegeben von Joachim W. Storck unter Mitwirkung von Waltraud und Friedrich Pfäfflin. Wallstein Verlag, Göttingen 2006

Band 8

Kurt Krolop.

Die Hörerin als Sprecherin: Sidonie Nádherný und "ihre Sprachlehre"

28 Seiten, mit 1 Foto und 6 Seiten Faksimile. Fadenheftung, broschiert. Auflage 300. Erstausgabe. Mai 2005. € 10,--

Karl Kraus schätzte die "schöne Sprachnähe" Sidonie Nádhernýs, die er in seinen Briefen häufig zitierte. Sie hat in der Sprachschule der ›Fackel‹ nicht nur manches gelernt; sie hat Kraus manches gelehrt, der ihr deshalb das Buch ›Die Sprache‹ (1937) zugedachte. Es erschien erst postum - und wurde von ihr mitfinanziert.

Band 9

Erwin Chargaff

Der Sturm geht über die Felder hin

Rede über Karl Kraus. Nichtgehalten vor den sozialistischen Mittelschülern am 15. Dezember 1925. Mit einer Nachbemerkung von Friedrich Pfäfflin

28 Seiten, mit 3 Abbildungen. Fadenheftung, broschiert. Format 14 x 23 cm. Auflage 300. EA. Februar 2006. € 10,--

Der Naturwissenschaftler Erwin Chargaff hat sich zeitlebens zu Karl Kraus als seinem "Lehrer" bekannt. Die nicht gehaltene, "ungehaltene" und bisher nicht veröffentlichte Rede des Zwanzigjährigen ist das früheste Zeugnis aus einer langen Beschäftigung mit dem moralistischen Satiriker - und Chargaff erfaßt ihn ganz!

Band 10

Sidonie Nádherný.

"No news from home"

Letters to Princess Gillian Lobkowicz, 1949-1950. Edited by Friedrich Pfäfflin

56 Seiten, mit Abb. Fadenheftung, broschiert. Format 14 x 23 cm. Auflage 500. Erstausgabe. März 2006. -€ 18,--

Die - in leicht lesbarem - Englisch geschriebenen Briefe aus Prag, Deutschland, England und Irland, die von der Flucht aus der Tschechoslowakei und dem Emigrantenleben mit der Unterstützung durch den tschechischen Flüchtlingsfonds erzählen, sind die bewegenden Lebenszeugnisse einer Frau, die am Ende ihres Lebens von sich sagt, sie sei "only a poor little baroness". Die - deutsch geschriebenen - Erläuterungen versuchen den politischen Hintergrund einer Geschichte aufzuhellen, deren Wirkungen bis in unsere Gegenwart hereinreichen. Der Band enthält Sidonie Nádhernýs Testament mit der Verfügung, "das künstlerische Vermächtnis von Karl Kraus zu erhalten" und die Herausgabe seines Werks zu fördern.

Band 11

Friedrich Pfäfflin. Richard Lányi

I Im Verlag der Buchhandlung. 1917-1938

Eine Bibliographie

40 Seiten, mit Abbildungen und 2 Beilagen. Fadenheftung, broschiert. Format 14 x 23 cm. Auflage 300. Erstausgabe. April 2006. € 15,--

"Es ist mein Ziel: Verleger Ihrer Werke zu werden - ", erklärte Richard Lányi dem Autor des ersten Bandes der ›Worte in Versen‹, die 1916 im "Verlag der Schriften von Karl Kraus (Kurt Wolff)" erschienen waren. Dieses Ziel hat er nicht erreicht, aber Lányi hat doch - neben Egon Schiele - so viele Bücher von und über Karl Kraus im Verlag seiner Buchhandlung herausgebracht wie kein anderer zeitgenössischer Verleger: nicht Albert Langen, nicht Kurt Wolff und auch nicht der Drucker der ›Fackel‹, Georg Jahoda. - Die Bibliographie mit 132 Nummern verzeichnet alles bei Lányi Erschienene - und nennt auch das Geplante, was der "Anschluß" verhinderte.

Band 12

Richard Lányi

II Verlegerbriefe im Schein der ›Fackel‹. 1905-1938

Herausgegeben von Friedrich Pfäfflin

64 Seiten, mit Abb. Fadenheftung, broschiert. Format 14 x 23 cm. Auflage 300. Erstausgabe. April 2006. € 18,--

Es gibt eindrucksvolle Zeugnisse für den Umgang des Buchhändler-"Verlegers" Richard Lányi mit seinem Autor Karl Kraus: Er nimmt ihn, zum Beispiel, in Schutz gegen die Angriffe in Emmerich Bekessys Zeitung ›Die Stunde‹, die in Lányis ausgewähltem Sortiment "vorne Sittlichkeit, hinten Kriminalität" meinte beobachten zu können. Und Lányi tritt für seinen Autor öffentlich ein, durch die damals ungewöhnlichen Anzeigen in Tageszeitungen, durch Berichtigungen von Pressemeldungen. Lányi ist "Kartenverkäufer" für Kraus, "Veranstaltungsbüro" für Wiener Vorlesungen und, häufig genug, beteiligt an den Spendenaktionen und Sammlungen für wohltätige und kulturelle Belange.

Band 13

Karl Kraus als Vorleser.

Faksimile-Edition einer Schrift, die Karl Kraus nie ausgegeben hat. Mit einem Nachwort "Geschriebene Schauspiel-kunst" herausgegeben von Leo A. Lensing.

56 Seiten, mit 26 Abb. Rückstich, broschiert. Format 14,5 x 23 cm. Auflage 500. Erstausgabe. September 2007. € 15,--

Ein unbekanntes Werk von Karl Kraus! 1913 stellte der Satiriker aus Vorlesungskritiken, die er in der ›Fackel‹ veröffentlicht hatte, eine sorgfältig redigierte Auswahl zusammen, die als Werbebroschüre für weitere Vorlesungsveranstaltungen dienen sollte. Dieses nur in wenigen Exemplaren überlieferte Heft wurde nie ausgegeben. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges machte die Veröffentlichung obsolet. ›Karl Kraus als Vorleser‹ lässt sich heute als unbekanntes Werk des Satirikers lesen, in dem sich das Bemühen abzeichnet, mit einer Zitatencollage ein literarisches Selbstporträt zu entwerfen und die Rezeption des Werks zu steuern. Leo A. Lensing geht den Quellen der collagierten Kritiken im Zusammenhang der Frühgeschichte der Vorlesungen nach und untersucht die literarischen Dimensionen dieses kunstvollen Werbetextes.

Band 14 Zwischen Jüngstem Tag und Weltgericht. Karl Kraus und Kurt Wolff. Briefwechsel 1912-1921. Hrsg. von Friedrich Pfäfflin. Wallstein Verlag, Göttingen

Band 15

Der Park von Janowitz.

Mit Exkursionen in die Botanischen Gärten von Purgstall, Pruhonitz, Prag, Wien, München, Raudnitz und Eisenberg. Aus den Tagebüchern des Grafen Herbert Schaffgotsch. 1929-1933.

Ausgewählt und hrsg. von Maria Felicitas Plotzek OCD und Friedrich Pfäfflin. Mit Photographien von H. Schaffgotsch, Fritz Taussig und Ludwig Trauzettel.

192 Seiten, mit 62 z.T. farbigen Abb. Broschur. Format 14,5 x 23 cm. Auflage 750. Erstausgabe. September 2007. € 25,-

Der Park von Janowitz in Böhmen, gerühmt von Rainer Maria Rilke und geliebt von Karl Kraus, wird 2007, nach einer über Jahre sich hinziehenden Restaurierung aus Sondermitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien an das Tschechische Nationalmuseum übergeben, das heute Schloss und Park Janowitz, 60 Kilometer südlich von Prag, verwaltet. Bei der Parkrestaurierung waren die Aufzeichnungen Sidonie Baronin Nádhernýs (1885-1950) aus den Jahren 1923ff hilfreich, die sie über das Gartenkonzept von Camillo Schneider in den zwanziger Jahren aufgeschrieben hatte. Nun ist ein weiteres Dokument im Tschechischen Regionalarchiv Prag aufgetaucht: Herbert Graf Schaffgotsch (1860-1943), Besitzer von Schloss und Herrschaft Purgstall im niederösterreichischen Mostviertel, war ein ausgewiesener Fachmann der Alpenflora, der mit Botanischen Gärten und Gartenfreunden in ganz Europa im Austausch stand. Schaffgotsch besuchte Janowitz zwischen 1929 und 1932 vierzehn mal. Er hat in seinen unveröffentlichten Tagebüchern den Park beschrieben und mehr als 50 Photographien überliefert; schließlich legte er, 1931/32, im Park "Sidi's Alpinum" an, einen Alpengarten. Schaffgotschs Aufzeichnungen sind vor der Zerstörung von Janowitz durch den "Truppenübungsplatz Böhmen" der Waffen-SS in den vierziger Jahren die letzten Nachrichten über einen Garten, den der Satiriker Karl Kraus in seinem Gedicht ›Wiese im Park‹ einmal "sein Land" genannt hatte.